15
NOV
2014

C-HUB wird 2015 eröffnet

,,Das Zentrum für Mannheims neue Arbeiterklasse“

Der Mannheimer Stadtteil Jungbusch, wo einst Reeder, Kapitäne und Kaufleute lebten, ist heute ein Zentrum kreativer Dienstleistungen. Nach dem Musikpark und der Popakademie öffnet nun Anfang 2015 mit dem neuen Kreativwirtschaftszentrum in der Hafenstraße 25-27 ein weiteres Leuchtturmprojekt seine Pforten: C-HUB. Auf einer Gesamtfläche von rund 5.000 Quadratmetern beherbergt es Büros ab einer Fläche von 24 Quadratmetern, temporäre Arbeitsplätze, Tagungs- und Besprechungsräume sowie Ladengeschäfte bzw. Showrooms sowohl für Gründer und Gründerinnen als auch für etablierte, wachstumsorientierte Unternehmen aus allen Teilbranchen der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Betrieben wird C-HUB von der Sommer_Zumbruch_1mg:mannheimer gründungszentren gmbh, zu der alle Existenzgründungszentren in Mannheim und auch das am anderen Ende der Hafenstraße angesiedelte Clustermanagement Musikwirtschaft gehören. Wir sprachen mit Christian Sommer, dem Geschäftsführer der mg:mannheimer gründungszentren gmbh, und Frank Zumbruch, dem Zentrumsleiter.

Herr Sommer, als Geschäftsführer der mg: mannheimer gründungszentren GmbH betreiben Sie u. a. den Musikpark Mannheim als Gründungszentrum für die Musikbranche, das Kreativwirtschaftszentrum Altes Volksbad und das Clustermanagement Musikwirtschaft. 2015 eröffnet nun mit dem C-HUB ebenfalls ein Angebot, in dem Firmen und Einzelakteure der Kreativbranche ihr unternehmerisches Zuhause finden können. Braucht Mannheim noch ein Kreativwirtschaftszentrum?

Christian Sommer: Ja, Mannheim braucht dieses Zentrum, das zeigt das rege Interesse an den Räumlichkeiten. Es dient jedoch nicht nur als Bürogebäude, sondern auch als Kristallisationspunkt und Andockstation für die Kreativschaffenden der Stadt und als weiterer Entwicklungsschritt im Jungbusch.

Im Gesamtbauvolumen von 14,5 Millionen Euro sind erhebliche Fördergelder der Europäischen Union enthalten. Aber was motiviert die Stadt Mannheim, sich in diesem Umfang für das Thema Kreativwirtschaft zu engagieren?

Sommer: Mannheim hat die Bedeutung der Kreativwirtschaft für die Stadt schon früh erkannt, hat hieraus eine Strategie abgeleitet und ist diesen Weg konsequent gegangen. Musikpark, Popakademie, Clustermanagement Musikwirtschaft, Zuschussprogramm Kreatech und Kreativwirtschaftszentrum ALTES VOLKSBAD sind die Benchmarks. Das neu gebaute Zentrum C-HUB ist ein Zeichen der Wertschätzung der Stadt für ihre Kreativen.

Warum fiel Ihre Wahl bei der Besetzung der Stelle des Zentrumsleiters auf Frank Zumbruch, und was sind seine Aufgaben?

Sommer: Frank Zumbruch ist als ehemaliger Beauftragter für die Kultur- und Kreativwirtschaft in Heidelberg ohne Frage einer der führenden Köpfe in der regionalen Kreativwirtschaftsförderung. Ihn für diese Position zu bekommen, war ein großes Glück. Er wird das Zentrum mit Unternehmen und mit Leben füllen, er wird Angebote für diese Firmen erarbeiten, er wird vernetzen, beraten und Kontakte herstellen. Er repräsentiert das C-HUB und wird mit den Leitungen der anderen Zentren der mg: gmbh intensiv zusammenarbeiten, um den Existenzgründungsstandort Mannheim zu fördern.

Herr Zumbruch, seit September 2014 sind Sie der Leiter des neuen Kreativwirtschaftszentrums im Jungbusch. Was macht für Sie den Reiz dieser Position aus, was ist Ihre Motivation und was Ihr Ziel?

Frank Zumbruch: Seit mittlerweile acht Jahren beschäftige ich mich mit der Förderung und Vernetzung der Kultur- und Kreativwirtschaft in der Region. Dabei war mir neben der strategischen Herangehensweise zur Positionierung einzelner Kommunen innerhalb der Kreativregion der direkte Kontakt zu den Akteuren immer besonders wichtig. Dass ich nun die Gelegenheit habe, im Mannheimer Stadtteil Jungbusch meine Erfahrungen in den Aufbau und Betrieb eines modernen Kreativwirtschaftszentrums mit einem beeindruckenden Investitionsvolumen einzubringen, ist mir eine besondere Freude. C-HUB erhebt unter meiner Leitung den Anspruch, das Zentrum für Mannheims neue Arbeiterklasse zu werden.

Was bedeutet der Name des Zentrums, C-HUB?

Zumbruch: Das C steht natürlich für „Creative“. Der englische Begriff „Hub“ stammt eigentlich aus der Netzwerktechnik und umschreibt einen Knotenpunkt. Im Luftverkehr verwendet man den Begriff für ein sogenanntes Drehkreuz. In der wissensbasierten Gesellschaft hat sich die Bezeichnung international für Orte etabliert, an denen Akteure aus unterschiedlichen Bereichen zusammenkommen, sich austauschen, interdisziplinär bzw. co-kreativ zusammen zu arbeiten. Das C-HUB ist quasi ein Dreh- und Angelpunkt, an den Kreative andocken und sich weiterentwickeln können.

Wer genau darf einziehen? Ausschließlich Gründer und Gründerinnen oder auch bereits etablierte Unternehmen?

Zumbruch: Wir bieten mit C-HUB Arbeitsumgebungen sowohl für Existenzgründer, als auch für wachstumsorientierte Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft an. Start-ups erhalten bei uns noch günstigere Mietkonditionen als etablierte Unternehmen. Aufgrund der Förderung durch die Europäische Union und das Land Baden-Württemberg sind wir an bestimmte Kriterien bei der Vergabe der Räumlichkeiten gebunden. So können wir beispielsweise ausschließlich an Kleinst-, Klein- und mittelständische Betriebe vermieten. Interessant sind für uns alle Teilmärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft, wobei Interessenten aus der Musikwirtschaft nicht zu unserer Fokusgruppe gehört, da wir für diese Unternehmen bereits den Musikpark anbieten.

Wie sieht das Raum-, Ausstattungs- und Beratungsangebot aus?

Zumbruch: Der Großteil unseres Raumangebots besteht natürlich aus Büroflächen. Darüber hinaus bieten wir Tagungsräume, die auch für Beratungs- und Netzwerkveranstaltungen genutzt werden sollen. Eine Besonderheit werden die Ladengeschäfte im Erdgeschoss des C-HUB darstellen: Sie dienen als Showrooms für Akteure, die kreative Dienstleistungen und Produkte der Öffentlichkeit präsentieren bzw. zum Verkauf anbieten möchten. Flexible Schreibtische in einem Coworking Space könnten das Angebot abrunden. Weitere sinnvolle Nutzungsvarianten mit einem kollektiven Mehrwert sind in Planung.

Finden im C-HUB auch Veranstaltungen für die Öffentlichkeit statt, und wenn ja, welcher Art?

Zumbruch: Vorträge, Workshops, Branchentreffen, Präsentationen, Ausstellungen, Konferenzen, Barcamps und vieles mehr. Im Grunde genommen sind uns keine Grenzen gesetzt, solange sich aus den Veranstaltungsformaten ein eindeutiger Nutzen für die Akteure aus der Kultur- und Kreativwirtschaft ableiten lässt. Die Gastronomie im Haus wird sich hier als wichtiger Partner erweisen. Auch eine enge Zusammenarbeit mit den Betreibern der Kunstgalerie im Gebäudekomplex wird von großem Vorteil sein.

Das Interview führte Sabine Morasch im Auftrag von Mannheim Stadt im Quadrat – das Magazin der Mannheimer Wirtschaftsförderung.