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SEP
2018

Ungeborenen Elefanten ins Maul sehen – Vernissage am 14. September 2018, Port25

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oder von der schönen Ordnung der Dinge
Angelika Arendt, Michael Bacht, Ulrich Bechtold, Daniel T. Braun, Simone Demandt, Benjamin Ditzen, Gisela Kleinlein, Laura Kuch, Gerardo Nolasco Magaña, Nicolas Reinhart, H+T Stegmayer, Caro Suerkemper

​15. September bis 28. Oktober 2018

Eröffnung: Freitag, 14. September 2018, 19 Uhr

Am Beginn des modernen Kunstmuseums stand die Auflösung der fürstlichen Wunderkammer. Mit der Öffnung der einst privaten Sammlungen für ein Publikum ging eine Abkehr vom alten Stil des Sammelns einher: Die Bühne der Welt wurde in Raumfolgen nach Stilen und Schulen angeordnet, der gute Geschmack und die Werke der Bildenden Kunst kanonisiert. Die Neugierde auf Entdeckungen in Sammlungen von Münzen, Skulpturen, Versteinerungen, ausgestopften Tieren, gepressten Pflanzen, ethnographischen Rara und Rarissima machte dem Zwang zur normierten elitären bürgerlichen Bildung Platz.

Die Kunst des 20. Jahrhunderts entzog sich der durch die Disziplin der Kunstgeschichte definierten musealen Norm und produzierte Prozessuales, Immaterielles, Vergängliches und Außermuseales. Zurzeit erarbeiten Kunstmuseen digitale Strategien, während in der künstlerischen Praxis vielfach ein erneutes Interesse an Strukturen zu beobachten ist, die sich in der nichtdigitalen Welt abspielen. Die Begeisterung an langfristigen Beobachtungen, Experimenten und der aufwendigen Verarbeitung von Material steht dem rein Kuratorischen als Auswahl aus dem immer bereits digital Vorhandenen gegenüber. Die Ausstellung „Ungeborenen Elefanten ins Maul sehen oder von der schönen Ordnung der Dinge“ zeigt aktuelle künstlerische Positionen, die sich mit der Struktur und (Un)ordnung von Dingen befassen.

Angelehnt an alte Konzepte des Sammelns wird für die Ausstellungspräsentation eine Szenographie entwickelt, die die überbordende Vielfalt der künstlerischen Welt sichtbar machen soll.